Aus der Vereinsgeschichte

Am 1. März 1925 wurde der Heimatverein Geseke gegründet. Als Hauptaufgabe sah es die Vereinigung  an, ein Heimatmuseum einzurichten und Heimatblätter herauszugeben.  Während beide Aufgaben auch heute noch wesentliche Bereiche gegenwärtiger  Vereinsarbeit sind, hat man im Verlauf der Zeit auf das Geseker Platt, das in der ersten Satzung als Vereinssprache vorgesehen war, aus verständlichen Gründen verzichten müssen

Die Vereinsgründung geht nicht nur auf den Pioniergeist einiger Bürger der Stadt zurück. Gemäß der sich damals entwickelnden Geisteshaltung entdeckte man den Wert der "Altertümer", man begann zu sammeln, zu forschen und niederzuschreiben. So stehen auch in Geseke eine Reihe von wichtigen Personen  als geistige Wegbereiter am Beginn einer vereinsmäßig organisierten Heimatkunde. Der "alte Rat" Schupmann dokumentierte die letzten Überreste der Geseker Stadtbefestigung, wie Stadttore und Hexenturm. Der Apotheker Jehn legte eine interessante Herbariensmmlung an. Pfarrer Heinrich Kampschulte erforschte Geseker Urkunden sowie kirchliche Gebräuche in Geseke. August Löhers führte die Forschungen zur Geseker Geschichte fort, die sein Onkel Johannes, Pfarrer in Störmede, begonnen hatte. Dr. Paul Henke - in Geseke eher bekannt unter seinem Pseudonym Paul von der Weihe - veröffentlichte Aufsätze in der Zeitschrift für rheinische und westfälische Volkskunde. Geseker Bürger sammelten  Inschriftenbalken und Hausinschriften beim Abriss von Häusern. Schließlich war es der "dreifache Doktor" Josef Lappe, der sich in seiner Dissertation mit Aspekten der Geseker Geschichte auseinandersetzte.

In der Anfangsphase legte der Verein offensichtlich keinen Wert darauf, seine Arbeit auf eine breite Basis zu stellen. Bei Aufnahmeanträgen in den Verein wandte man das System der "Ballotage" an. Schwarze oder weiße Kugeln wurden von den Abstimmungsberechtigten verdeckt abgegeben, die damit ihre Ablehnung oder Zustimmung zum Aufnahmeantrag bekundeten. Im Bewusstsein der Bevölkerung galt der Verein damals als elitärer Club, dessen Mitglieder nachhaltigen Wert auf die Zementierung ihrer herausgehobenen Stellung legten.

Im Jahre 1926 erschien sie erste Ausgabe der Geseker Heimatblätter als Beilage zur Geseker Zeitung und Salzkottener Zeitung. Die Schriftleitung übernahm der Geseker Rektor Gustav Bannenberg. Seine Tätigkeit wurde wegen der Kriegswirren mit der 64. Ausgabe im Jahre 1940 beendet. Die erste Ausgabe nach dem Krieg erschien 1956 zunächst unter der gemeinsamen Schriftleitung von Dr. Hinteler und Josef Sigge. Insgesamt hat Dr. Hinteler dieses Amt 40 Jahre lang ausgeübt, indem er unermüdlich Abhandlungen selbst verfasste, Autorenbeiträge sammelte, Bürger zum Schreiben animierte usw.

1972 stellte der Verlag Flamm, in dem die Heimatblätter bisher gedruckt worden waren, seine Arbeit ein. Dank der Fürsprache des Altverlegers L. Flamm übernahm nach gewissen Übergangsschwierigkeiten der Verlag Laumanns in Lippstadt den weiteren Druck der Blätter. Die gute Zusammenarbeit zwischen dem hiesigen Verein und dem Verlagshaus hat bis in unsere Tage gehalten. Als wesentlicher Vorteil der Zusammenarbeit mit dem Verlagshaus Laumanns muss hervorgehoben werden, dass das Verbreitungsgebiet heute etwa das Gebiet des Altkreises Lippstadt umfasst (früher Geseke und z. T. Salzkotten) und der gleichen Zeitung auch die Lippstädter Heimatblätter beiliegen.

Während der nationalsozialistischen Zeit verlor der Verein weitgehend seine Eigenständigkeit, da er mit dem Sauerländischen Gebirgsverein zwangsvereinigt wurde. Es ist zweifellos das Verdienst des zweiten Vorsitzenden des SGV Herrn Dr. Karl Nolte, der später der Vorsitzende des Heimatvereins werden sollte, dass der Verein noch ein gewisses Eigenleben pflegen konnte. Nach den Kriegswirren traten der Stellmachermeister Anton Engels und der Bürgermeister Aloys Feldmann als Förderer des Vereins und des Museums hervor und verhinderten eine drohende Auflösung des Vereins.

Mit der Übernahme der Heimatblätter durch Dr. Hinteler sowie des Heimatmuseums durch Edgar Lüüs erfuhr das Vereinsleben einen erfreulichen Aufschwung, da beide über lange Jahre hinweg ihren Sachverstand und ihr persönliches Engagement in den Dienst des Vereins stellten. Das Museum wurde den Besucherwünschen angepasst, die Exponate nach fachlichen Kriterien geordnet. Sonderausstellungen und Vorträge zu verschiedenen heimatkundlichen Themenbereichen wurden organisiert. Die Heimatblätter behielten auch weiterhin ihre ausgewogene Mischung aus wissenschaftlichen Beiträgen und populären Darstellungen bei und sprachen dadurch eine breite Leserschaft an. Von 1982 an organisiert der Verein alljährlich zu Pfingsten eine Stadtführung zu einem bestimmten Aspekt aus der Stadtgeschichte. Die etwa 200 Teilnehmer erfahren vor Ort  in den Straßen Wissenswertes aus der Geografie, der Volkskunde, der Kunstgeschichte sowie der Geschichte der Gebäude und des Stadtteils.

In den 80-er Jahren sorgten junge Heimatfreunde für eine kreative Unruhe im Verein, sie brachten neue Ideen ein und errangen Mitspracherechte durch die Besetzung von Beiratsposten. Heute baut der Verein auf deren engagierte Mitarbeit im Verein und im Vorstand.

Im Gründungsjahr 1925 übernahm der Verein für Heimatkunde die Organisation des Schnadganges, der schon  im Mittelalter in Geseke gepflegt wurde. Er diente früher zur Überprüfung der Grenzpunkte und sollte gleichzeitig auch den Beteiligten die Kenntnis der Grenzpunkte vermitteln. Mit der Wiederbelebung dieses Brauchtums fand Dr. Lappe und seine Studenten große Resonanz in der Bevölkerung, so dass der gerade gegründete Heimatverein die Pflege dieses Brauchtums als eine seiner Aufgaben annahm. Heute schreiten im vierjährigen Turnus unter der Leitung des Vereins für Heimatkunde interessierte Bürger die Gemarkungsgrenze ab. An Rastplätzen trifft man sich mit Vertretern der benachbarten Gemeinden.

Die Vorsitzenden des Vereins

 

1925 - 1944 Franz Schmidt

1947 - 1952 Dr. Karl Nolte

1952 - 1955 Franz Cramer

1955 - 1969 Dr. Karl Nolte

1969 und 1993 Edgar Lüüs (Amtierender Vors.)

1970 - 1988 Dr. Hermann Hinteler

1988 - 1993 Ernst Engelhardt

1994 -          Hubertus Kersting

 

Für ihren besonderen Einsatz für die Belange des Vereins wurden folgende Mitglieder ausgezeichnet:

 

Ehrenmitgliedschaft

Konrad Rotgeri

Pfarrer Walter Wahle

Margret Nolte

Dr. Hermann Hinteler

Heinrich Gabriel

Edgar Lüüs (Ehrenvorsitzender)

 

Bundesverdienstkreuz

 

Christel Schulte-Krude

Josef Müntefering

Edgar Lüüs

 

Ehrenring der Stadt Geseke

 

Dr. Hermann Hinteler

Edgar Lüüs

 

 

 
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